Wolfsburg – Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Oliver Blume (57), kündigt einen tiefgreifenden Umbau der Produktionsstrukturen an. In einem Interview äußerte er, dass das Unternehmen weltweit die Produktion erheblich drosseln wird. „Aktuell beschäftigen wir uns mit bis zu einer weiteren Million Kapazität, um die globale Marktsituation abzubilden“, erklärte Blume im „Manager-Magazin“ und verwies auf das Einsparpotenzial.
Bereits in China hat Volkswagen die Notbremse gezogen und die jährliche Produktion um eine Million Fahrzeuge reduziert. Diese Maßnahme scheint jedoch nicht ausreichend zu sein. Auch in Europa sind drastische Einschnitte geplant: Insbesondere bei Volkswagen und Audi sollen die Produktionskapazitäten bis 2028 um eine weitere Million Fahrzeuge pro Jahr gesenkt werden.
Blume verdeutlichte die Zielrichtung: „Dann kommen wir von insgesamt über zwölf Millionen investierten Kapazitäten auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr.“ Diese Sparmaßnahmen sind Teil eines umfassenden Plans, der bereits Ende 2024 mit dem Betriebsrat vereinbart wurde und den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland umfasst. Bis 2030 sollen sogar insgesamt 50.000 Stellen im gesamten Konzern, zu dem auch Audi und Porsche gehören, wegfallen.
Die Herausforderungen auf dem Markt sind nicht zu unterschätzen: Oliver Blume steht vor der Aufgabe, die Verkaufszahlen zu stabilisieren. Seit der Corona-Pandemie liegt der Absatz bei etwa neun Millionen Fahrzeugen jährlich, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den elf Millionen im Boomjahr 2019 darstellt. Volkswagen strebt an, mit dem „Momentum seiner Produkte“ wieder zu wachsen, doch Blume äußerte sich vorsichtig optimistisch: „Aber wir können uns darauf in der gegenwärtigen Weltlage nicht verlassen.“
Auch in den USA arbeitet Volkswagen an seiner Zukunft. Für die neue Marke Scout zeigt sich Blume offen für Partnerschaften, um das Risiko zu minimieren. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus. Währenddessen wird der Bau eines neuen Werks in South Carolina vorangetrieben, und es gibt Spekulationen über einen möglichen Börsengang.
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