Im Kontext der Sicherstellung der Arzneimittelversorgung in Europa hat die EU neue Maßnahmen beschlossen, um die Produktion lebenswichtiger Medikamente innerhalb des Kontinents zu fördern. Diese Initiative zielt darauf ab, die Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten zu reduzieren und die Resilienz der Lieferketten zu erhöhen.
EU einigt sich auf neue Regelungen
In Brüssel haben Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten eine Einigung über neue Regelungen erzielt, die es ermöglichen sollen, die Produktion von Arzneimitteln einfacher mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern und die Produktion außerhalb Europas zu verringern. Die Eurogruppe warnt vor einer Energiekrise.
In den letzten Jahren kam es in Europa immer wieder zu Engpässen bei der Verfügbarkeit wichtiger Medikamente, darunter Schmerzmittel, Antibiotika und Fiebersäfte für Kinder. Der zyprische Gesundheitsminister Neophytos Charalambides äußerte dazu:
„Die Patienten sollten sich keine Sorgen darüber machen müssen, ob wichtige Arzneimittel wie Antibiotika in ihrer Apotheke oder ihrem Krankenhaus verfügbar sind.“
Bestätigung der Regelungen erforderlich
Bevor die neuen Regelungen in Kraft treten können, müssen sie noch vom Europaparlament und den EU-Staaten genehmigt werden. In der Regel wird dies als Formsache angesehen, sofern zuvor ein Kompromiss erzielt wurde.
Bevorzugung europäischer Arzneimittel
Ein zentraler Aspekt der neuen Regelungen betrifft die Vergabe öffentlicher Aufträge. Bei Arzneimitteln, die stark von wenigen Ländern abhängig sind, sollen künftig bevorzugt in Europa hergestellte Produkte ausgewählt werden. Dies soll Anreize für sichere und stabile Lieferketten schaffen. Die Einigung sieht vor, dass Lieferanten entsprechend dem Anteil der in der EU produzierten Arzneimittel und deren Wirkstoffe vergütet werden.
Schnellere Genehmigungen für strategische Projekte
Zusätzlich sollen strategische Projekte schneller genehmigt werden, um einen zügigen Zugang zu Fördermitteln zu gewährleisten. Mehrere Länder können sich zusammenschließen, um gemeinsam wichtige Medikamente zu beschaffen, insbesondere für seltene Erkrankungen, bei denen der Markt oft versagt. Flugausfälle drohen aufgrund von Treibstoffengpässen.
Die EU-Kommission definiert kritische Arzneimittel als solche, bei denen es nur wenige oder gar keine Alternativen gibt und die bei Versorgungsengpässen ernsthafte Schäden für die Patienten verursachen können. Dazu zählen unter anderem Antibiotika, Antithrombotika, Krebstherapeutika und Herz-Kreislauf-Mittel.
Ursachen für Versorgungsprobleme
Die EU-Kommission hatte bereits im März 2025 eine Anpassung der Regelungen vorgeschlagen. Laut Kommission gibt es mehrere Gründe für die Versorgungsprobleme in den letzten Jahren, darunter Engpässe bei Wirkstoffen und die Konzentration der Produktion in wenigen Ländern. Die Schwachstellen in den Lieferketten wurden während der Corona-Pandemie besonders deutlich. Mögliche Einschnitte bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
Nach Angaben von EU-Gesundheitsministern stammen etwa 80 bis 90 Prozent der Medikamente in Europa aus Asien, insbesondere aus China. Im Arzneimittelsektor sind in der EU rund 800.000 Menschen beschäftigt, was die Bedeutung einer stabilen und unabhängigen Arzneimittelproduktion unterstreicht.
„`
Quellen: n-tv, randstad, zeitungderarbeit, vetter-pharma
Bildquelle: depositphotos