Im Juli 2026 registrierte die chinesische Industrie einen überraschenden Rückgang, der Besorgnis über die wirtschaftliche Lage des Landes auslöst. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe sank auf 49,2 Punkte, nachdem er im Juni noch bei 50,3 Punkten lag. Dieser Rückgang unter die entscheidende Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt, bedeutet den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Wert von genau 50 Punkten gerechnet.
Auch der Index für den Dienstleistungs- und Bausektor zeigt einen Rückgang und liegt nun bei 49,0 Punkten, nachdem er im Vormonat noch bei 50,2 Punkten stand. Unternehmen sehen sich zunehmend mit sinkenden Neuaufträgen, einer schwächelnden Binnennachfrage und hohen Produktionskosten konfrontiert, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastet.
Die neuen Daten setzen die Regierung in Peking unter Druck, dringend Maßnahmen zur Ankurbelung der inländischen Nachfrage sowie zur Förderung von Investitionen zu ergreifen. Im zweiten Quartal 2026 verringerte sich das Wirtschaftswachstum auf 4,3 Prozent, im Vergleich zu 5,0 Prozent im ersten Quartal. Dieses Ergebnis liegt unter dem offiziellen Jahresziel von 4,5 bis 5,0 Prozent.
Das Politbüro der Kommunistischen Partei hat angekündigt, verstärkt Unterstützung für die Wirtschaft bereitzustellen. Hierbei sollen staatliche Mittel schneller ausgegeben und die Nachfrage im Inland gefördert werden. Konkrete Maßnahmen wurden bislang jedoch nicht bekannt gegeben. Im ersten Halbjahr 2026 trugen starke Exporte noch zur Stabilität der chinesischen Wirtschaft bei und milderten teilweise die Schwächen auf dem Immobilienmarkt sowie bei der Beschäftigung.
Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte hat sich die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft spürbar eingetrübt. Der aggregierte Einkaufsmanagerindex, der sowohl den Industriebereich als auch den Dienstleistungssektor umfasst, fiel von 50,6 auf 49,3 Punkte. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang neuer Aufträge in der Industrie, was auf anhaltende Schwäche in der Binnennachfrage hindeutet.
Die Entwicklungen in der chinesischen Wirtschaft sind von großer Bedeutung, da China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt eine Schlüsselrolle im globalen Handel spielt. Die Unsicherheiten innerhalb der Industrie- und Dienstleistungssektoren könnten weitreichende Konsequenzen für die internationale Wirtschaft nach sich ziehen.
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Quellen: n-tv, Die Zeit