Ausblick / Was als Nächstes zu erwarten ist: Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat angekündigt, die Korridorsanierungen der Deutschen Bahn zu überprüfen und die Pünktlichkeit im Schienenverkehr zu verbessern. In einem Interview äußerte er, dass er am Donnerstag mit der Bahnchefin Evelyn Palla über die Pünktlichkeitsziele sprechen möchte.
Erwartung
Bilger, der am 28. Juli 2026 sein Amt antrat, möchte realistische Ziele setzen und keine überzogenen Versprechen abgeben. „Ich kann jetzt nicht als neuer Minister sagen, ich will einfach mehr, wenn es nicht möglich sein sollte“, erklärte der CDU-Politiker. Sein Ziel ist es, die Bahnfahrt zu einem positiven Erlebnis zu machen.
Aktueller Stand
Der Minister plant, die Korridorsanierungen, die in der Vergangenheit nicht die erhofften Ergebnisse gebracht haben, einer kritischen Analyse zu unterziehen. „Die Anzahl dieser Korridorsperrungen und auch die Auswirkung auf das gesamte Netz müssen wir uns sehr genau anschauen und dann auch eine neue Bewertung vornehmen“, sagte Bilger. Diese Sanierungen führen häufig zu längeren Streckensperrungen, wie zuletzt auf der Strecke Hamburg-Berlin. Auch die minderen Zuschüsse für Heizungswechsel könnten in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen.
Hintergrund
Bilger äußerte sich auch zu den milliardenschweren Investitionen in das Schienennetz, die zunächst zu weiteren Verspätungen führen könnten. Er betonte, dass es wichtig sei, die Pünktlichkeit der Züge zu verbessern, ohne unrealistische Erwartungen zu wecken. Das Ziel von 70 Prozent pünktlichen Fernzügen bis Ende 2029, das von seinem Vorgänger Patrick Schnieder formuliert wurde, möchte Bilger nicht ohne weiteres anpassen.
Risiken
Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen schloss Bilger aus und betonte, dass die deutschen Autobahnen zu den sichersten in Europa gehören. Zudem lehnte er einen erneuten Tankrabatt ab, da dieser als zu kostspielig erachtet wird. Er sieht jedoch die Belastungen für Pendler und Unternehmen und hält weitere Maßnahmen in Anbetracht der geopolitischen Lage für möglich.
„Ich melde mich ab“, sagte Schnieder bei seinem Abschied.
Merz im Kreuzfeuer: CDU-Umstrukturierung bringt Unsicherheiten
„`
Quellen: n-tv, tagesschau
Bildquelle: Bastian Riccardi auf Pexels