Die Musikwelt nimmt Abschied von Tony Wilson, dem Mitbegründer und Bassisten der britischen Band Hot Chocolate. Der Musiker verstarb am 24. April 2026 im Alter von 89 Jahren in seiner Heimat Trinidad. Dies bestätigte seine Familie in einem emotionalen Beitrag auf Wilsons offizieller Facebook-Seite, in dem es hieß, er sei „in Frieden“ gegangen.
Sein Sohn Danny äußerte sich ebenfalls auf sozialen Medien und erklärte: „Worte werden der Bewunderung nicht gerecht, die ich für ihn als Mensch habe.“ Er würdigte seinen Vater als leidenschaftlichen Musiker, der trotz vieler Rückschläge stets an seinen Traum geglaubt habe – „dass die von ihm geschriebenen Lieder gehört werden“. Danny betonte, dass Wilson „so viel Musik hinterlassen“ habe, die weiterhin bestehen bleibe.
Einflussreiche Hits und internationale Erfolge
Tony Wilson war entscheidend für den internationalen Erfolg von Hot Chocolate, nicht nur als Musiker, sondern auch als Songwriter. Gemeinsam mit Sänger Errol Brown schuf er zahlreiche Hits, darunter den weltbekannten Song „You Sexy Thing“, der 1975 die Charts eroberte und später durch Filme wie „The Full Monty“ und „Boogie Nights“ ein Comeback erlebte.
Die beiden Musiker lernten sich Ende der 1960er Jahre in London kennen und gründeten bald darauf Hot Chocolate. Ihren Durchbruch erzielten sie mit einer Neuaufnahme von John Lennons „Give Peace a Chance“, die Lennon so gut gefiel, dass er die Band unter Vertrag nahm.
Von der Front zum Bass
Ursprünglich war Wilson der Leadsänger der Gruppe, wechselte jedoch später an den Bass, während Errol Brown die Rolle des Frontmanns übernahm. Zusammen schrieben sie eine Reihe weiterer erfolgreicher Songs wie „Everyone’s a Winner“, „Love Is Life“, „Emma“ und „Brother Louie“.
Karriere und Rückzug
Trotz des großen Erfolgs verließ Wilson die Band Mitte der 1970er Jahre nach Streitigkeiten über Tantiemen und widmete sich seiner Solokarriere. Obwohl er eigene Alben veröffentlichte, konnte er nicht an die früheren Erfolge anknüpfen. Neben seiner Arbeit mit Hot Chocolate schrieb er auch Songs für andere Künstler, darunter Herman’s Hermits und Mary Hopkin.
Wilson hinterlässt ein bedeutendes musikalisches Erbe, das durch seine zeitlosen Melodien und Texte weiterleben wird. Die Trauer um seinen Verlust zeigt, wie sehr er in der Musikwelt geschätzt wurde und wie nachhaltig sein Einfluss war.
Bildquelle: depositphotos