Bundesjustizministerin Hubig setzt sich für Maßnahmen gegen überteuerte Ticketpreise ein
Immer mehr Verbraucher sehen sich mit überhöhten Preisen konfrontiert, insbesondere auf Resale-Plattformen für Tickets. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Bundesjustizministerin Stefanie Hubig ihre Strategie präsentiert, die darauf abzielt, die Preisgestaltung auf dem Zweitmarkt für Veranstaltungstickets zu regulieren.
Inhalt der Initiative
Hubig plante, sich auf zwei wesentliche Aspekte zu konzentrieren. Zunächst soll eine Preisobergrenze implementiert werden, die den Aufpreis für weiterverkaufte Tickets limitiert. Zudem erhalten Veranstalter die Möglichkeit, den Zweitmarkt effektiver zu kontrollieren. „Wir beabsichtigen, ein neues ‚geschütztes‘ Ticket einzuführen“, erläuterte die Ministerin. Dabei machte sie deutlich, dass die Umsetzung nicht auf Freiwilligkeit basieren wird. „Auch die Wiederverkaufsplattformen werden in die Verantwortung genommen“, ergänzte sie. Die Herausforderung, rechtliche Vorgaben gegenüber Plattformen außerhalb der EU durchzusetzen, bezeichnete sie als schwierig, jedoch nicht unmöglich.
Ursachen der Ticketwucher-Problematik
Der Ticketwucher wird besonders durch gewerbliche Wiederverkäufer verschärft, die Tickets in großen Mengen erwerben, oft unter Einsatz von automatisierter Software, den sogenannten Bots. Diese erworbenen Tickets werden dann zu stark überteuerten Preisen weiterverkauft. Hubig kritisierte diese Vorgehensweisen scharf: „Es ist für Fans, Sportlerinnen und Sportler, Künstler sowie Veranstalter frustrierend, wenn Tickets zu völlig überhöhten Preisen auf dem Zweitmarkt verkauft werden. Ein 14-Euro-Ticket kann da schon mal für 250 Euro angeboten werden. Das ist Geschäftemacherei auf dem Rücken der Fans.“
Die Ministerin stellte klar, dass es ihr nicht darum geht, den Weiterverkauf von Tickets zu unterbinden, sondern vielmehr um die Verhinderung von Abzocke. „Mir geht es um den Schutz vor Abzocke, nicht um die Fans, die ihr Ticket zu einem fairen Preis weiterverkaufen möchten, weil sie nicht selbst teilnehmen können“, fügte sie hinzu.
Reaktionen aus der Branche
Die von Hubig vorgeschlagene Initiative findet Unterstützung bei verschiedenen Akteuren der Musik- und Veranstaltungsbranche. Der Verband freier Musikschaffender Pro Musik sowie der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft hatten bereits im Mai die Bundesregierung aufgefordert, gegen „Wucher und Betrug“ im Ticketzweitmarkt vorzugehen. Sie verweisen auf Regelungen in anderen Ländern, die als Vorbilder fungieren könnten. In Großbritannien beispielsweise müssen der Originalpreis, die Sitznummer und die Identität des Verkäufers deutlich angegeben werden. Der Better Online Ticket Sales-Act in den USA untersagt unter anderem den Einsatz automatisierter Kaufprogramme. Ähnliche Schutzmaßnahmen existieren auch in Belgien und Italien.
Die geplanten Maßnahmen von Hubig könnten nicht nur den deutschen Ticketmarkt nachhaltig beeinflussen, sondern auch als Modell für andere Länder dienen, die mit ähnlichen Problemen im Bereich Ticketwucher und überhöhten Preisen auf dem Zweitmarkt konfrontiert sind.
Quellen: n-tv, Tagesspiegel