Politik
Gerhard Schröder in Moskau: Besuch im Zeichen des Wirtschaftsforums
02.06.2026, 13:39 Uhr
Altkanzler Gerhard Schröder befindet sich aktuell in der russischen Hauptstadt Moskau. Er wurde im Hotel Kempinski von einem Korrespondenten gesichtet. Der genaue Grund seines Aufenthalts ist bislang unklar, jedoch wird spekuliert, ob er an dem bevorstehenden Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg teilnehmen oder möglicherweise ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin anstreben könnte. Was bedeutet Trumps Telefonat mit Putin für die globale Sicherheitslage?
Das Internationale Wirtschaftsforum, das am Mittwoch in St. Petersburg beginnt, wird von deutscher Seite erstmals wieder von Unternehmern besucht. Auch Politiker der AfD sind zu diesem Forum eingeladen.
Schröders Rolle und die Reaktionen
Wladimir Putin hatte kürzlich Schröder als möglichen Vermittler im Ukraine-Konflikt ins Gespräch gebracht. Diese Idee stieß jedoch auf breite Ablehnung aus Europa.
„Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“,
äußerte sich die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel. Sie wies darauf hin, dass Schröder als Lobbyist für russische Staatsunternehmen agiert hat, was seine Rolle in diesem Kontext fragwürdig erscheinen lasse.
Auch in der Ukraine wird Schröder kritisch betrachtet. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte zu einem möglichen Vermittlungseinsatz:
„Wir unterstützen das nicht. Es gibt viele andere würdige Führungspersönlichkeiten, die für die EU verhandeln könnten.“
Kontroversen um Schröder
Schröder sieht sich seit Jahren aufgrund seiner engen Beziehungen zu Putin und seiner Tätigkeiten für russische Energieunternehmen in der Kritik. Im Jahr 2014 feierte er seinen 70. Geburtstag in Russland, kurz nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim. Auch nach der umfassenden Invasion der Ukraine im Jahr 2022 war er weiterhin für russische Energiefirmen aktiv. Friedrich Merz: Schulden-Ansage an Klingbeil – Besuch in SPD-Fraktion | Politik
In der Vergangenheit hat Schröder mehrfach Verständnis für die Positionen des Kremls gezeigt. So bezeichnete er 2023 eine Bedrohung durch Russland als „absurd“. Zudem sprach er sich für die Wiederaufnahme von Energielieferungen aus Russland aus und wandte sich in einem Gastbeitrag für eine deutsche Zeitung gegen die „Dämonisierung Russlands als ewiger Feind“. Welche Botschaften sendet Xi Jinping an Trump beim Treffen in Peking?
Bereits zu Beginn der Vollinvasion 2022 reiste Schröder nach Moskau und traf dort Putin, jedoch ohne nennenswerte Ergebnisse zu erzielen.
Die Situation bleibt angespannt und die genauen Beweggründe für Schröders Aufenthalt in Moskau sind weiterhin unklar.
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Quellen: n-tv, RTL
Bildquelle: Von Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten – https://www.flickr.com/photos/minoritenplatz8/31133426437/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130630436