Berlin – Die Umbenennung der Hofjägerallee in Helmut-Kohl-Allee hat nun grünes Licht erhalten, nachdem die Grünen im Bezirk zugestimmt haben. Die neuen Schilder für die Allee, die vom Tiergarten zur Siegessäule führt, können nun angebracht werden. Allerdings haben bereits einige prominente Gäste, die zur feierlichen Zeremonie in zwei Wochen eingeladen wurden, abgesagt. Darunter befinden sich Kohls ehemalige Weggefährtin sowie der aktuelle Bundeskanzler, der Kohl zu Lebzeiten wegen der CDU-Spendenaffäre öffentlich kritisiert hatte.
In Deutschland gibt es bereits rund 20 Straßen, Plätze und Alleen, die den Namen des ehemaligen Bundeskanzlers der Einheit (1982-1998) tragen. In der Hauptstadt wird nun die Hofjägerallee umbenannt, die von der bekannten Siegessäule (67 Meter hoch, Großer Stern) in Richtung der CDU-Parteizentrale verläuft. Da es in diesem Bereich keine Anwohner gibt, entstehen für Privatpersonen keine Kosten, lediglich Anpassungen in Stadtplänen oder Navigationsdiensten könnten erforderlich sein.
Altkanzler Helmut Kohl verstarb 2017 im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Ludwigshafen-Oggersheim.
Die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel (71) wird nicht an der Enthüllung des ersten neuen Straßenschildes teilnehmen. Eine Sprecherin aus ihrem Büro erklärte: „Es lässt sich zeitlich nicht einrichten.“ Merkel hatte Kohl 2017 während der Trauerfeier in Straßburg gewürdigt und betont: „Helmut Kohl verkörpert eine Epoche. Seine Kanzlerschaft ist verbunden mit vielen Jahren wirtschaftlicher Prosperität.“ Zudem habe er das Deutschland und Europa mitgestaltet, in dem wir heute leben.
Auch Kohls Nachfolger Friedrich Merz (70) wird an der Zeremonie nicht teilnehmen. Der Regierungssprecher teilte mit: „Der Bundeskanzler wird daran nicht teilnehmen, weil er an diesem Tag auf Auslandsreise ist.“ Die Umbenennung der Allee ist bewusst auf den 9. Mai terminiert worden, der Europatag, an dem an die Schumann-Erklärung von 1950 erinnert wird, die als Geburtsstunde der Europäischen Union gilt.
Das Grab von Helmut Kohl befindet sich in Speyer (Rheinland-Pfalz), in der Nähe des berühmten Doms, den er sehr schätzte.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (53, CDU), wird an der Einweihung teilnehmen. Wegner äußerte sich dazu: „Ich freue mich sehr, dass Berlin jetzt eine Helmut-Kohl-Allee bekommen wird. Damit würdigen wir die großen Verdienste des ehemaligen Bundeskanzlers um die Europäische Union und um die Deutsche Einheit. Berlin hat Helmut Kohl viel zu verdanken. Auch wenn Angela Merkel und Friedrich Merz an diesem Tag leider verhindert sind, bin ich mir sicher, dass sie diese Umbenennung unterstützen werden.“ Das neue Schild (1,10 x 1,70 Meter) wird von einer engagierten Mitarbeiterin des Roten Rathauses nach Feierabend genäht, da im Fundus des zuständigen Bezirks keine entsprechenden Materialien vorhanden waren.
Ob die Witwe Maike Kohl-Richter zur Zeremonie erscheinen wird, ist derzeit unklar. Die Berliner Senatskanzlei hat auf eine Anfrage diesbezüglich noch nicht reagiert. Mitausrichter der Veranstaltung ist die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung, mit der es jedoch Spannungen gibt. Zudem gibt es Initiativen wie die Mission saubere Hauptstadt, bei denen Touristen aktiv in die Stadtgestaltung eingebunden werden.
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