Der Erdüberlastungstag ist ein symbolischer Indikator, der anzeigt, wann die Menschheit mehr natürliche Ressourcen verbraucht hat, als die Erde regenerieren kann. In diesem Jahr fällt dieser bedeutende Tag auf den 30. Juli.
Diskrepanz zwischen Ressourcenverbrauch und Regeneration
Dieser Tag macht deutlich, wie sehr der ökologische Fußabdruck der Menschheit, der den Verbrauch von natürlichen Ressourcen wie Holz, Fisch und landwirtschaftlichen Flächen umfasst, die Biokapazität des Planeten übersteigt. Letztere beschreibt die Fähigkeit der Erde, die verbrauchten Ressourcen nachhaltig zurückzugewinnen und das durch fossile Brennstoffe emittierte CO2 zu absorbieren.
Die Auswirkungen der Regenwaldabholzung
Ein besonders alarmierendes Beispiel für die Übernutzung der Ressourcen ist die Abholzung der Regenwälder. Diese erfolgt oft durch Brandrodung, um Holz, Bodenschätze und landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2024 weltweit etwa 26,5 Millionen Hektar Regenwald zerstört, was fast der Fläche Deutschlands entspricht.
Eine Studie des WWF warnt, dass die Abholzung im Amazonasgebiet eine Kettenreaktion auslösen kann, die die Regenerationsfähigkeit der Wälder weiter gefährdet. Durch Verdunstung trägt der Regenwald zur Niederschlagsbildung bei. Ein Rückgang der Baumanzahl führt folglich zu weniger Regen und verstärkt den Rückgang der Wälder. Darüber hinaus sind alarmierende Wassertemperaturen in Deutschlands Flüssen ein weiteres Zeichen für die kritische Lage der Umwelt.
Überfischung der Ozeane
Die Lage der Fischbestände ist ebenfalls alarmierend. Laut den Vereinten Nationen ist der Anteil der überfischten Bestände von zehn Prozent im Jahr 1974 auf über 50 Prozent im Jahr 2021 angestiegen. Obwohl Aquakulturen teilweise dem steigenden Fischbedarf gerecht werden, werden Fangverbote für stark gefährdete Arten oft nicht durchgesetzt. In der Ostsee dürfen beispielsweise Dorsch und Hering gefangen werden, obwohl Greenpeace auf einen drohenden Kollaps der Bestände hinweist.
Krise der Wasserressourcen
Im Bereich der Wasserressourcen ist die Situation sogar noch kritischer. Der neueste UN-Bericht beschreibt nicht mehr nur ein „überzogenes Konto“, sondern eher einen „Bankrott“. Weltweit führen Flüsse zunehmend weniger Wasser, und über die Hälfte der großen Seen hat seit den frühen 1990er-Jahren an Wasserstand verloren. Zudem weisen 70 Prozent der größeren Grundwasserspeicher einen kontinuierlichen Rückgang auf, was vor allem auf übermäßige Wasserentnahme, insbesondere für die Landwirtschaft, zurückzuführen ist.
Ökologischer Fußabdruck und globale Ressourcennutzung
Das Global Footprint Network schätzt, dass die Menschheit gegenwärtig die Ressourcen von mehr als 1,7 Erden benötigt, um ein Gleichgewicht zwischen Verbrauch und natürlicher Regeneration zu gewährleisten. Der Ressourcenverbrauch variiert erheblich zwischen den Ländern. Würde die gesamte Weltbevölkerung den gleichen Lebensstil wie die Einwohner von Katar pflegen, wäre der Erdüberlastungstag bereits am 4. Februar erreicht. Im Gegensatz dazu würde dieser Tag beim durchschnittlichen Verbrauch in Honduras erst am 27. November fallen.
Deutschland und sein Ressourcenverbrauch
Deutschland gehört zu den Ländern mit überdurchschnittlichem Ressourcenverbrauch. Würden alle Menschen weltweit so leben wie die Deutschen, wäre der Erdüberlastungstag bereits am 10. Mai erreicht. Trotz dieser alarmierenden Zahlen gibt es auch positive Anzeichen: Seit 2018 stagniert der Wert des Erdüberlastungstags, was darauf hindeutet, dass die Belastung des Planeten auf einem stabilen Niveau bleibt. Im Jahr 2025 fiel der Erdüberlastungstag auf den 24. Juli, während er im Jahr 2024 bereits am 1. August lag.
„`
Quellen: tagesschau, FAZ