Saarbrücken – Die Suche nach Zuneigung und Sicherheit führte für Roxana H. († 30) zu einem tragischen Ende. Ihre Mörderin überfiel sie mit 93 Messerstichen und nahm ihr auf grausame Weise das Leben. Wer war die kindlich wirkende Frau, deren Dasein an einem Autobahnparkplatz gewaltsam beendet wurde? Informationen aus dem Umfeld von Roxana geben Einblicke.
Ende November entdeckten Spaziergänger die entsetzlich entstellte Leiche von Roxana H. in Rehlingen (Saarland) an der A8. Die Ermittler nahmen schnell an, dass ein Sexualdelikt vorliegt, da das angrenzende Waldgebiet als Ort für schnelle sexuelle Begegnungen bekannt ist. Die Spur führte zu Roxanas Mitbewohnerin Simona B. (36) aus der Umgebung von Karlsruhe, die sich als Mann identifiziert und einen Irokesen-Schnitt trägt. Nur wenige Stunden nach dem Auffinden der Leiche wurde die Tatverdächtige in einem Swingerclub festgenommen.
Roxana zieht bei Adoptiveltern aus
Wie kam es zu dieser tragischen Verbindung? Roxana wuchs in einem rumänischen Waisenhaus auf, bevor sie von einem deutschen Paar aus Bayern adoptiert wurde. Nachdem sie sich dort unwohl fühlte, zog sie zu der Schriftstellerin Nadine Stephany (49) nach Graben-Neudorf (Baden-Württemberg). Stephany sagte: „Wir hatten fünf Jahre lang über Facebook Kontakt, chatteten und telefonierten. Als sie zum ersten Mal zu mir kam, umarmten wir uns am Bahnsteig.“
Auch die Täterin wuchs im Heim auf
Doch auch nach ihrem Umzug fiel Roxana in ein tiefes Loch. Ihre beste Freundin Nadine erzählt: „Nach ihrem Hauptschulabschluss brach Roxana eine Ausbildung zur Erzieherin ab. Ihre psychischen Probleme blieben konstant.“ Während eines Aufenthalts in einer psychiatrischen Einrichtung in Wiesloch lernte Roxana die Mitpatientin Simona B. kennen, die ebenfalls in einem rumänischen Kinderheim aufwuchs und später ins Saarland zu Adoptiveltern kam. Diese Verbindung sollte für Roxana verhängnisvoll werden.
In der Mord-Nacht fuhr die Täterin mit ihrem Opfer nach Rehlingen. Laut ihrer Ziehmutter Nadine hätte es nie zu diesem Treffen kommen dürfen: „Ich könnte mich heute noch ohrfeigen, dass ich Roxana an diesem Wochenende nicht wie gewohnt bei mir übernachten ließ. Ich benötigte jedoch zwei Tage für mich, da meine Mutter verstorben war.“ Um 22.15 Uhr erhielt Nadine die letzte WhatsApp-Nachricht von Roxana, die mitteilte, dass ihr schwindelig sei. Danach wurde ihr Handy abgeschaltet.
„Orgastisches Gefühl beim Töten“
Inzwischen hat das Landgericht Saarbrücken die schrecklichen Umstände des Mordes rekonstruiert: Simona B. habe ihr sechs Jahre jüngeres Opfer mit einer Kette gewürgt, um ihren eigenen sexuellen Trieb zu befriedigen, sei in einen Blutrausch verfallen und habe Roxana mit 93 Messerstichen ermordet. Der Staatsanwalt sprach von einem „orgiastischen Gefühl der Angeklagten beim Töten“. Simona B. soll einer Bekannten geschrieben haben, dass sie so etwas „noch nie so geil“ empfunden habe.
Das Gericht verurteilte Simona B. zu lebenslanger Haft. Der Verteidiger Christian Kessler sieht den Fall jedoch anders und hat Revision eingelegt, indem er von einem „Sex-Unfall mit dem Verlust der Impulskontrolle“ sprach. Gegen diese Darstellung wehrt sich Nadine: „Roxana war nie lesbisch, Sado-Maso-Praktiken waren ihr völlig fremd.“ Die mädchenhaft wirkende Frau habe nur einen Wunsch gehabt: „Sie wollte einfach geliebt werden.“
Ähnliche tragische Vorfälle sind nicht selten. Ein Beispiel ist die familiäre Auseinandersetzung, bei der ein Mann seine Mutter und Großmutter durch Feuer verletzte. Auch die Patientenschlägerei in einer Berliner Klinik endete tödlich für einen 65-Jährigen. Ein weiterer tragischer Vorfall ereignete sich in Offenburg, wo ein Mann tot aufgefunden wurde und eine Frau im Krankenhaus starb.
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