Polen sagt geplanten Waffendeal über MiG-29-Kampfjets mit Ukraine ab
Die jüngsten Entwicklungen in den Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine zeigen eine deutliche Verschlechterung, die zum Scheitern eines Waffendeals geführt hat. Geplant war, dass Polen alte MiG-29-Kampfflugzeuge, die aus sowjetischer Produktion stammen, an die Ukraine übergibt. Im Gegenzug sollte Polen Unterstützung bei der Entwicklung von Drohnentechnologie erhalten. Dieser Deal ist jedoch momentan in der Schwebe.
Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, dass ein konkretes Angebot im Bereich Drohnen und Technologie an die Ukraine unterbreitet wurde. Obwohl es zunächst Einigkeit gab, scheint die Ukraine die vereinbarten Bedingungen nun nicht zu erfüllen. Eine offizielle Stellungnahme aus Kiew steht bislang aus.
Der aktuelle Status der polnischen MiG-29
Die MiG-29-Kampfflugzeuge der polnischen Luftwaffe befinden sich zwar noch im Einsatz, jedoch neigen sie sich dem Ende ihrer Lebensdauer zu. Eine Option wäre gewesen, die Flugzeuge zu modernisieren und an die Ukraine zu übergeben. Polen verfolgt jedoch das Ziel, seine Luftwaffe mit amerikanischen F-35-Kampfjets aufzurüsten. Das polnische Verteidigungsministerium hat angekündigt, die MiG-Flugzeuge schrittweise außer Dienst zu stellen, da sie ihre operativen Grenzen erreicht haben und keine Möglichkeiten zur Modernisierung bestehen.
Politische Spannungen und deren Hintergründe
Die Ukraine verfügt bereits über MiG-29-Kampfjets, wodurch die Piloten keine umfangreiche Schulung benötigen. In der Vergangenheit wurden mehrere dieser Flugzeuge durch russische Streitkräfte zerstört. Die politischen Spannungen zwischen Polen und der Ukraine haben sich in den letzten Wochen aufgrund von Differenzen in der Erinnerung an historische Nationalisten verschärft. Die Polnische Bauernpartei sieht einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Spannungen und dem gescheiterten Deal über die Kampfjets.
Ein Teil der ukrainischen Nationalisten war während des Zweiten Weltkriegs für die Ermordung vieler polnischer Zivilisten verantwortlich. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in der Vergangenheit an Gedenkveranstaltungen für die Opfer dieser Taten in Polen teilgenommen, was ursprünglich auf eine mögliche Versöhnung hindeutete. In diesem Sommer jedoch kam es zu neuen Konflikten, insbesondere durch die Umbenennung einer ukrainischen Einheit nach historischen Nationalisten.
Polens fortwährende Unterstützung für die Ukraine
Trotz der angespannten Situation hat Polen seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs etwa eine Million ukrainische Flüchtlinge aufgenommen und zahlreiche finanzielle Mittel sowie Waffensysteme zur Unterstützung der Verteidigung gegen die russische Aggression bereitgestellt. Dazu zählen auch Kampfjets. Der Dialog zwischen Polen und der Ukraine bleibt aufrechterhalten, jedoch sind die Bedingungen für eine zukünftige Zusammenarbeit im Rüstungsbereich momentan unklar.
Quellen: n-tv, Focus
Bildquelle: Łukasz Golowanow via Wikimedia Commons (Attribution)