Ausblick / Was als Nächstes zu erwarten ist: Die geopolitische Lage in der Straße von Hormus hat sich durch einen Drohnenangriff des Iran auf ein Frachtschiff erneut verschärft. Der Vorfall könnte weitreichende Folgen für die Stabilität der Region und die globalen Ölpreise haben.
Aktueller Stand
Teheran/Washington, D.C. – Nach der Wiederherstellung der Durchfahrt in der Straße von Hormus hat der Iran unmissverständlich seine Kontrolle über die Schifffahrt in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße demonstriert. Ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff wurde vor der Küste Omans angegriffen, wobei US-Beamte die iranischen Revolutionsgarden für den Vorfall verantwortlich machen. Berichten zufolge hatte das Schiff versucht, die von Teheran vorgegebenen Routen zu umgehen.
Hintergrund
Die iranische Behörde PGSA reagierte umgehend auf den Angriff und stellte klar, dass Durchfahrten durch die Meerenge nur auf iranisch festgelegten Routen sicher seien. Alle anderen Wege seien nicht durch Sicherheitsgarantien abgedeckt. Laut einem Bericht stoppte die Weltschifffahrtsorganisation IMO daraufhin den erst kürzlich gestarteten Evakuierungsplan für mehr als 11.000 Seeleute in der Region.
„Mir wurde heute ein Angriff im Golf von Oman auf ein Schiff gemeldet, das die Straße von Hormus durchquert hat“, erklärte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez.
Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) berichtete, dass ein „unbekanntes Projektil“ die Brücke des Schiffes beschädigt habe, jedoch keine Verletzten zu beklagen seien.
Risiken
Die Revolutionsgarden hatten bereits zuvor gewarnt, dass Passagen durch die Meerenge nur auf genehmigten Routen sicher seien. Jegliche Konsequenzen aus der Befahrung nicht genehmigter Routen würden in der „alleinigen Verantwortung des Schiffseigners, des Charterers und des Kapitäns“ liegen. Dies könnte zu einem weiteren Rückgang der Schifffahrt in der Region führen, da bereits vier Tanker aufgrund warnender Funksprüche der Revolutionsgarden umgekehrt sind.
Die Märkte reagierten prompt auf den Vorfall. Der Preis für ein Barrel der Referenzsorte Brent stieg nach dem Angriff um fast drei Prozent und erreichte 75,84 Dollar. Dies geschah, nachdem der Preis zuvor auf 72,06 Dollar gefallen war, dem niedrigsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs. Der Anstieg des Ölpreises könnte die Bemühungen um ein fragiles Abkommen zwischen Washington und Teheran belasten, das die Beendigung der Kampfhandlungen und die Wiederöffnung der für den globalen Handel wichtigen Meerenge zum Ziel hat. Die Ölpreise steigen weiter.
„Wir werden keinem Abkommen um jeden Preis zustimmen“, sagte US-Außenminister Marco Rubio.
Die Situation bleibt angespannt, während die US-Streitkräfte in der Region präsent und wachsam bleiben. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich betont, dass die Meerenge offen sei, ohne den Angriff auf das Frachtschiff zu erwähnen. Die Verhandlungen über Teherans Atomprogramm stehen weiterhin im Fokus der internationalen Gemeinschaft. Trump kündigt Unterstützung für Handelsschiffe an.
Zusätzliche Entwicklungen im Nahen Osten
Parallel zu den Spannungen in der Straße von Hormus setzen die Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz fort. Aus dem US-Außenministerium hieß es, dass die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon weiterhin unterstützt werden. Die proiranische Hisbollah lehnt jedoch die Gespräche in Washington ab und nimmt nicht teil. Am Donnerstagabend berichtete die israelische Armee von der Eliminierung von sechs Mitgliedern der Hisbollah in der von ihr kontrollierten „Sicherheitszone“ im Südlibanon. Frachtunternehmen umgehen die Straße von Hormus.
Die Verflechtung mit dem Iran-Deal ist dabei nicht zufällig, da die Hisbollah als verlängerter Arm Teherans in der Region gilt und ihre Entwaffnung eine zentrale Forderung Israels in den Verhandlungen darstellt.
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Quellen: fr
Bildquelle: depositphotos