Wirtschaft
Indien ruft zur Einsparung auf: Verzicht auf Reisen und Speiseöl empfohlen
10.05.2026, 23:33 Uhr
Die iranische Blockade der Straße von Hormus zwingt den indischen Premierminister zu drastischen Maßnahmen. Um kostspielige Importe zu vermeiden, fordert die Regierung die Bürger auf, umfassende Einsparungen vorzunehmen. Auf der Liste der empfohlenen Verzichtsmaßnahmen stehen Auslandsreisen, der Kauf von Gold und der Konsum von Speiseöl. Angesichts der gestiegenen Ölpreise und der sinkenden Devisenreserven appelliert die indische Regierung an die Bevölkerung, ihren Verbrauch zu reduzieren. Ministerpräsident Narendra Modi erklärte, dass eine Verringerung des Speiseölverbrauchs sowohl gesund als auch patriotisch sei. Zudem solle für mindestens ein Jahr auf nicht zwingend notwendige Auslandsreisen verzichtet werden. Modi bat die Bürger ebenfalls, den Kauf von Gold zu unterlassen, das in Indien traditionell für Hochzeiten in großen Mengen erworben wird. Landwirte werden angehalten, den Einsatz von Düngemitteln um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.
„Indien benötigt zahlreiche Maßnahmen, um seine Devisenreserven zu schonen“, sagte Modi. Daher sollten die Menschen auch vermehrt im Homeoffice arbeiten, Videokonferenzen abhalten, öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder Fahrgemeinschaften bilden.
Ölpreise und Devisenreserven
„In der aktuellen Situation müssen wir großen Wert auf die Einsparung von Devisen legen“, betonte Modi. Indien ist der drittgrößte Importeur und Verbraucher von Öl weltweit. Die Regierung plant jedoch keine Erhöhung der Preise für Diesel und Benzin an den Tankstellen. Ende März hatte die Regierung sogar die Steuern auf Benzin und Diesel gesenkt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die steigenden Benzinpreise zu beobachten, die trotz der Bemühungen um Entlastung weiterhin ein Thema bleiben.
Fehlende Ölreserven auf dem Weltmarkt
Nach Einschätzung des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco fehlen dem Weltmarkt aufgrund des Iran-Kriegs rund eine Milliarde Barrel Öl aus den vergangenen zwei Monaten. Selbst wenn die Lieferungen wieder anlaufen, wird es einige Zeit dauern, bis sich die Energiemärkte stabilisieren, erklärte Aramco-Chef Amin Nasser. Die weltweite Energieversorgung ist durch die iranische Blockade der Straße von Hormus stark eingeschränkt, was das Angebot verknappen und die Preise in die Höhe treiben könnte. Diese Situation steht im Einklang mit den aktuellen Berichten über die Energiepreise, die unter Druck geraten sind.
„Unser Ziel ist einfach: den Energiefluss aufrechtzuerhalten, auch wenn das System unter Druck steht“, erklärte Nasser. Zuvor hatte Aramco für das erste Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 25 Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar gemeldet. Die Wiederöffnung der Routen sei nicht gleichbedeutend mit einer Normalisierung eines Marktes, dem rund eine Milliarde Barrel Öl entzogen worden seien, sagte Nasser. Jahrelange Investitionsdefizite hätten die Belastung der ohnehin niedrigen weltweiten Lagerbestände zudem verschärft.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: depositphotos